Am 20. und 21. Februar 2026 nahmen sechs Mitglieder unserer Schülervertretung sowie Schülerinnen und Schüler der ASS aus dem Jugendparlament gemeinsam mit Herrn Krüger und Herrn Mock an der Nordhessischen Schülerakademie teil. Gemeinsam mit weiteren Schülerinnen und Schülern aus nord- und osthessischen Europaschulen beschäftigten sie sich intensiv mit kommunalpolitischen Strukturen und demokratischen Entscheidungsprozessen. Im Mittelpunkt standen dabei ein von der Jugendakademie Hofgeimsar konzipiertes Planspiel zur Kommunalpolitik sowie die Vorbereitung eines Politiker-Speed-Datings für den Aktionstag der nord- und osthessischen Europaschulen.

Der erste Veranstaltungstag begann in den Räumlichkeiten der UK14 in Kassel. Neben Schülerinnen und Schülern verschiedener nordhessischer Europaschulen nahmen auch Schülerinnen und Schüler der Engelsburg Schule sowie weitere Abgeordnete des Jugendparlaments teil. Nach einer kurzen Begrüßung erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Rollen für das Planspiel. Sie schlüpften unter anderem in die Rollen von Stadtverordneten, Investorinnen und Investoren, Pressevertreterinnen und Pressevertretern oder Mitgliedern von Bürgerinitiativen. Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer erhielt hierzu eine detaillierte Rollenbeschreibung mit konkreten Zielen und Problemstellungen.

Im Anschluss begann das Planspiel in Form einer simulierten Stadtverordnetenversammlung. Verschiedene Themen wurden als Magistratsvorlagen eingebracht und in Fraktionen, Ausschüssen und Initiativen diskutiert. Den gesamten Vormittag arbeiteten die Schülerinnen und Schüler in ihren jeweiligen Gruppen daran, Mehrheiten zu gewinnen, Anträge zu formulieren und politische Bündnisse zu schließen. Ausschüsse wurden gegründet, Diskussionen geführt und Strategien entwickelt.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen wurde die Arbeit fortgesetzt. Am Nachmittag kamen schließlich alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Plenum zusammen. Es wurde debattiert, abgestimmt und auch das Recht auf Protest genutzt. Den Abschluss bildete eine Pressekonferenz, in der die Ergebnisse vorgestellt und kritisch hinterfragt wurden. Erst gegen 16 Uhr verließen die Schülerinnen und Schüler ihre Rollen und reflektierten das Erlebte zunächst in Kleingruppen und anschließend gemeinsam im Plenum. Das Planspiel vermittelte auf realistische Weise, wie demokratische Entscheidungsprozesse auf kommunaler Ebene ablaufen. Durch das Engagement der Organisatorinnen und Organisatoren sowie die aktive Mitarbeit der Teilnehmenden entstand eine lebendige Simulation, die einen direkten Bezug zur bevorstehenden Kommunalwahl herstellte.

Für die Schülerinnen und Schüler der Engelsburg Schule sowie die Abgeordneten des Jugendparlaments endete der Tag gegen 17 Uhr. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der nord- und osthessischen Europaschulen reisten anschließend gemeinsam in die Evangelische Akademie nach Hofgeismar weiter. Dort klang der Abend bei einem gemeinsamen Essen und einem freiwilligen Spieleabend aus.

Der Samstag begann früh mit einem gemeinsamen Frühstück um 7:30 Uhr. Nach einem kurzen Warm-Up startete die inhaltliche Arbeit am Konzept des geplanten Politiker-Speed-Datings, das am 23. März 2026 stattfinden wird.

Nach einer Einführung durch die Organisatorinnen und Organisatoren teilten sich die Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen auf, um verschiedene Aspekte der Veranstaltung auszuarbeiten. Dabei ging es unter anderem um die Entwicklung geeigneter Fragestellungen, den Ablauf des Speed-Datings sowie organisatorische Details. Ziel war es, ein Format zu gestalten, das einen direkten und offenen Austausch zwischen Jugendlichen und Politikerinnen und Politikern ermöglicht.

Gegen Ende des Vormittags kamen alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein letztes Mal im Plenum zusammen, um ihre Ergebnisse vorzustellen und gemeinsam weiterzuentwickeln. Mit Vorfreude auf den 23. März endete die Akademie schließlich bei einem gemeinsamen Mittagessen, bevor es für die Schülerinnen und Schüler der ASS zurück nach Kassel ging.

Die Europaschul-Akademie 2026 war eine äußerst bereichernde Veranstaltung. Besonders die Vielfalt der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie der intensive Austausch untereinander ermöglichten neue Perspektiven auf politische Prozesse. Die zwei Tage vermittelten nicht nur Wissen über Kommunalpolitik, sondern zeigten auch, wie wichtig Engagement und Mitgestaltung in einer demokratischen Gesellschaft sind.

Bericht: Finya Hohberger