Im Rahmen unseres Geschichtsunterrichtes haben wir, der Jahrgang 10, einen Tagesausflug zur Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Buchenwald unternommen. Der Tag war für mich eine sehr eindrückliche aber zugleich auch nachdenklich stimmende Erfahrung, die mir die Geschichte des Nationalsozialismus noch einmal anders als im Unterricht nahegebracht hat.
Zu Beginn unseres Besuches bekamen wir eine Führung. Diese begann zunächst in einem Raum, in dem wir eine kleine Einführung in die Thematik erhielten. Außerdem wurden uns Zeichnungen der ehemaligen Insassen gezeigt. In Gruppen haben wir diese Bilder betrachtet und interpretiert. Meiner Meinung nach hat man dadurch einen sehr persönlichen Einblick in die Gefühle und Gedanken der Häftlinge bekommen, was ich besonders interessant fand. Anders als Berichte oder Texte haben diese Bilder auf eine eindringliche Weise gezeigt, wie die Menschen das Leben im Lager empfunden haben.
Anschließend führte unsere Gruppenleiterin uns über das Gelände und erklärte viele Hintergründe zur Geschichte des Lagers sowie zum Alltag der Häftlinge. Unterstützt wurden diese Informationen durch reale Bilder und Berichte, die uns zusätzlich gezeigt wurden. Ich empfand es als besonders eindrücklich die Orte des Geschehens selbst zu sehen, während wir gleichzeitig erfuhren, was dort passiert ist.
Während der Führung sahen wir unter anderem das Eingangstor des Lagers mit der Inschrift „Jedem das Seine“. Da ich die Bedeutung dieses Satzes vorher nicht kannte, fand ich die Erklärung dazu umso erschreckender, weil mir dabei bewusst wurde, wie zynisch die Botschaft in diesem Zusammenhang war. Die Überreste des Geländes und die verschiedenen Orte haben mir sehr geholfen, mir diese Zeit bildlich besser vorzustellen. Umso mehr fand ich es deshalb schade, dass nach der Befreiung der Häftlinge durch die Amerikaner ein großer Teil des Geländes abgebaut wurde.
Am Ende unseres Ausfluges hatten wir noch Zeit, das Gelände eigenständig anzuschauen oder auch das Museum zu besuchen, in dem originale Gegenstände der Häftlinge ausgestellt sind. Diese Zeit war meiner Meinung nach wichtig, um die Eindrücke in Ruhe auf sich wirken zu lassen. In dem Museum haben mich besonders die persönlichen Gegenstände, wie Kleidungsstücke oder Schüsseln, beeindruckt, da sie gezeigt haben, dass hinter den vielen Opfern einzelne Menschen mit eigenen Geschichten und Leben standen, die jedoch zu einer Gruppe gemacht wurden.
Insgesamt war der Besuch in Buchenwald für mich eine sehr wichtige und prägende Erfahrung. Vor allem hat der Besuch mich zum Nachdenken angeregt. Solche Besuche sind meiner Meinung nach sehr wichtig, damit die Erinnerung an diese Zeit erhalten bleibt und wir aus der Vergangenheit lernen, um zu verhindern, dass sich solche Verbrechen wiederholen.
Text: Lina Roos
