Einmal mehr hat für unsere Schülerinnen und Schüler der Schweizaustausch auf dem Programm gestanden. In einem Interview berichten die Siebtklässler Gabriel Abt und Ludwig Dilaß von ihren spannenden Erlebnissen und vielseitigen Erfahrungen in unserem Nachbarland. Obendrein haben die beiden beeindruckenden Schüler das Erlebte beim Europaabend der Albert-Schweitzer-Schule mittels Power-Point-Präsentation vorgestellt.
Viel Spaß beim Lesen – und vielleicht seid ihr im nächsten Jahr ebenfalls (wieder) beim Schweizaustausch dabei. 😉
Warum habt ihr euch für den Austausch in der Schweiz entschieden?
Ludwig: Ich wollte sehr gern neue Leute in einem anderen Land kennenlernen und eine gewisse Zeit in einem anderen Land leben.
Gabriel: Ich wollte gern neue Dinge und Abenteuer erleben. Vor allem viel lernen über ein anderes Land und über die Leute, die dort leben.
Welche Erwartungen hattet ihr vor der Reise?
Ludwig: Keine konkreten. Ich wollte mich einfach überraschen lassen.
Gabriel: Ich hatte auch keine genauen Erwartungen, aber ich spürte etwas Spannung und Ungewissheit, was in einem anderen Land und einer unbekannten Gastfamilie so auf einen zukommt.
Wie war euer erster Eindruck von der Schweiz und den Gastfamilien?
Gabriel: Meine erste Erinnerung an die Schweiz ist der wunderschöne Genfer See, das beindruckende Lausanne und die sehr nette Gastfamilie.
Ludwig: Ich kam mir vor wie im Urlaub. Die Landschaft war einfach so wunderschön und meine Familie war auch supernett.
Gab es etwas, was euch überrascht oder gewundert hat?
Gabriel: Bei mir gab es nach der Ankunft als erstes zum gemeinsamen Abendessen das landestypische Gericht Sushi [lacht]. Das erwartet man nicht gerade als erste Mahlzeit in der Schweiz. Das war sehr lustig, und so ging es auch international weiter. Meine Gasteltern haben Spanisch gesprochen und kamen aus Argentinien. So konnte ich ein paar Tage später das argentinische Essen auf dem Geburtstag der Tante genießen.
Ludwig: Bei mir gab es etwas Typisches. Käsefondue und leckeren Schinken. [Beide grinsen sich an.]
Was habt ihr in eurer Freizeit übernommen? Was gab es für Highlights?
Gabriel: Das Leben ist einfach total vielseitig in der Schweiz, und man ist superschnell überall. Wir sind zum Beispiel ins benachbarte Italien an den Gardasee und sogar nach Venedig gefahren. Überhaupt haben wir sehr großartige Ausflüge gemacht. So waren wir auf einem Musikfestival bei Lausanne, und ich habe zum erste Mal Tennis und Paddle gespielt. Paddle kannte ich vorher noch gar nicht.
Ludwig: Bei mir war auch einiges los. Wir waren im benachbarten Frankreich und in Genf. Da ist der Lebensstandard einfach extrem hoch. Wir haben Luxusuhren und Luxusautos angeschaut und eine wunderschöne Wanderung am Genfer See gemacht. Ich war im Hauptquartier der UEFA in Nyon, bin zum ersten Mal geritten und habe Golf gespielt.
Wie unterscheiden sich der Alltag und das Schulleben von eurem Leben in Kassel? Wie war der Unterricht gestaltet? Wie war der Kontakt zu Mitschülern?
Ludwig: Jeder Tag war sehr lang. Die Schule ging von 8 bis 17 Uhr, aber irgendwie war es auch cool, so lange in der Schule zu sein und den ganzen Tag dort mitzuerleben. Es gab viele Einzelstunden, dadurch aber manchmal auch einen Einblick in 8 Fächer am Tag. Der Unterricht war dadurch viel leichter und ging nicht immer so sehr in die Tiefe. Man kam nicht immer so richtig ins Arbeiten. Das ist bei unseren Doppelstunden in Deutschland schon besser. Es gab aber andere interessante Pflichtfächer wie Robotik. Das fand ich spannend.
Gabriel: Bei mir ging die Schule später los, nämlich so gegen 8.30 Uhr. Das fand ich vom Tagesrythmus irgendwie besser. Auch bei mir gab es sehr viele Einzelstunden und ein für mich neues Fach, genannt Economy. Das war eine Mischung aus Werbeanalyse, Politik und Wirtschaft. Besonders in den Sprachen waren meine Mitschüler aber lange nicht so weit wie wir. Da sind wir wesentlich fitter, besonders in Englisch.
Wie war der Kontakt zu Mitschülern?
Beide: Die waren nett und schüchtern. Manche habe kleine Witzchen mit uns gemacht und wir haben festgestellt, dass sie die gleichen Computerspiele spielen wie wir.
Wie war es mit der Verständigung? Habt ihr das Gefühl, dass sich eure Französischkenntnisse verbessert haben?
Ludwig: Ich habe sehr viele neue Wörter gelernt. Aber ab und zu auch Englisch mit meiner Gastfamilie gesprochen, wenn wir nicht weiterkamen.
Gabriel: Ich habe sehr viele neue Redewendungen gelernt und die Alltagssprache echt super verstanden. Das hätte ich gar nicht gedacht.
Gab es auch schwierige Momente? Wie seid ihr, weit weg von zuhause, damit umgegangen?
Ludwig: Am ersten Abend habe ich ehrlich gesagt meine Familie vermisst. Das hat sich aber nach den ersten Tagen und tollen Erlebnissen gelegt.
Gabriel: Ich hatte auch manchmal Heimweh. Man wohnt halt mit relativ fremden Menschen zusammen, kennt sich kaum und muss sich anpassen. Aber dadurch haben wir beide, glaube ich, sehr viel gelernt und erlebt.
Was habt ihr dabei über euch selbst gelernt?
Ludwig: Das ich auch eine zurückhaltende und sehr höfliche Seite habe. Das ich flexibel bin und auch mit neuen Momenten und Herausforderungen zurechtkomme.
Gabriel: Das ich flexibel bin und mich anpassen kann. Und dass ich stärker sein kann, als ich es selbst von mir gedacht hätte.
Seid ihr nächstes Jahr wieder dabei?
Beide: Ja, aber wir hätten beide gern eine neue Gastfamilie. Nicht, weil wir unsere nicht mochten. Aber es wäre einfach spannender, und wir wollen noch mehr Neues in der Schweiz erleben.
Text und Redaktion: Julia Lipke
Fotos: Gabriel Abt, Ludwig Dilaß und Julia Lipke














